Kirgistan Reisen

Sommeranfang ohne Som

20. Juni 2016

Heute ist ja Sommeranfang, und das hat im Grunde gar nichts damit zu tun, dass ich an diesem Tag während der Vorbereitungen für meine Reise nach Kirgisistan eine kleine Überraschung erlebt habe: Als ich am Schalter der SBB Schweizer Franken in kirgisische Som wechseln wollte, ging das leider nicht. Der Mann auf der anderen Seite der Theke konnte mir zwar Kurs und Gegenwert nennen, aber keine einzige Banknote der gewünschten Währung aushändigen.

Auf meine Nachfrage, ob er die Währung bestellen und ich die Som in ein paar Tagen abholen könne, wandte er sich an seine anderen KollegInnen und es wurde etwas von „verbotene Währung“ gemurmelt. Später zeigte er mir dann noch seinen Computer-Bildschirm und darauf stand, dass sowohl Ein- als auch Ausfuhr der Som aus bzw. nach Kirgisistan verboten seien. Auch in einer Bank würde ich keine kirgisische Währung ausgehändigt bekommen.

Schade, mein Reiseführer und die Seiten des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland weisen zwar darauf hin, dass man – ausserhalb der Hauptstadt Bischkek – unbedingt Bargeld in Landeswährung dabei haben sollte und dass man auch soviel Bargeld ins Land einführen darf, wie man möchte. Aber kein Wort darüber, dass man die Kirgisistan-Som erst in Kirgisistan selbst erhalten kann.

So sieht übrigens der Sommer bei mir vorm Balkon aus. Ich vermute aber, auf der Bank da unten bekomme ich auch keine kirgisischen Som.

Als Alternative wollte der SBB-Mitarbeiter mir noch die Travel-Cash-Karte ans Herz legen. Doch beim Lesen der Bestimmungen für Kirgisien fiel auf, dass diese dort gar nicht benutzt werden kann.

Bleiben also noch Kreditkarten, der Währungsumtausch im Land selbst oder das Abheben von Bargeld an einem kirgisischen Automaten. Ich hoffe, das wird nicht wieder so ein Fiasko wie in Budapest, wo die Kartenlesegeräte nur 4stellige PIN akzeptierten – und ich mit meiner Schweizer EC- bzw. Kreditkarte aufgeschmissen war, weil deren PIN 6stellig sind.

Ach, Ungarn – dieses wunderbare Land, wo aber selbst die Jungen merkwürdig nationalbewusst sind und den Heiligen Stephan als ihren Urvater verherrlichen, die von „ethnischen Ungarn“ (was immer das ist) besiedelten Gebiete in Rumänien zurückwünschen, und gleichzeitig steht die grösste Synagoge Europas in ihrer Hauptstadt. Und das alles schreibe ich nur, weil das nebenstehende Bild so weit herunterragt, dass links davon noch Text stehen muss, wenn ich eine hässliche Lücke vermeiden will. Also, auf einem Desktop-PC, nicht auf einem Smartphone. Aber das sind jetzt technische Details, die interessieren dich noch weniger als die paar Infofetzen über Ungarn.

So, das Bild ist vorbei, ich gehe schlafen.

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