Flüchtlinge Schweiz

Förder-Unterricht

20. Januar 2017

Seit 2014 betreue ich ehrenamtlich eine Flüchtlingsfamilie im Kanton Bern. Eine meiner Aufgaben besteht darin, die Finanzierung von ausserordentlichen Aktivitäten zu sichern. Also kurz: von alldem, was nicht durch die Flüchtlingssozialhilfe getragen wird.

Dabei helfen mir einige Stiftungen, die sich der Förderung von Bedürftigen verschrieben haben. Teilweise stehen dahinter vermögende Privatleute, und ich staune oft, wie freigiebig diese Menschen sind. Im Laufe der Jahre habe ich ein paar Erfahrungen mit diesen Organisationen gesammelt, die ich hier gern teilen möchte. Zum Beispiel, dass es solche Stiftungen überhaupt gibt, wie man sie kontaktiert und welche Art von Härtefällen sie in der Regel unterstützen.

Natürlich ist mir die aktuelle Diskussion über Flüchtlinge in Europa bekannt und sicherlich kommt wieder jemand und sagt sowas „Cleveres“ wie: „Wusst‘ ich doch, den Asylanten wird alles in den A***** geschoben!“ Denjenigen muss ich sagen: Erstens ist „Asylant“ ein böses Wort, und zweitens stehen viele der im Folgenden aufgeführten Stiftungen auch – oder vor allem – Schweizer Bürgern offen. Es weiss nur kaum jemand. Oder man fragt im „eigenen Land“ vielleicht auch nicht unbedingt nach solchen Stiftungen, weil man sich im Fall der Bedürftigkeit eher an die staatliche Sozialhilfe oder an die eigene Familie wendet.

In einigen Fällen werden Asylsuchende/Flüchtlinge sogar nur in besonderen Härtefällen als Hilfeempfänger akzeptiert, z. B. bei der Roger-Federer-Stiftung, die u.a. sportliche Aktivitäten bedürftiger Kinder fördert.

All diesen Stiftungen gemein ist jedenfalls, dass sie mich mit der Schreibweise ihrer Namen fertigmachen! So viele Leerschläge und immer nur die letzte Position bekommt einen Bindestrich. Die „Ursula und Rudolf Streit-Stiftung“ zum Beispiel würde in meiner Welt (und meinem Texterherz) eben Ursula-und-Rudolf-Streit-Stiftung heissen. Aber ich will nicht pingelig sein, die Stiftungen sind es oft auch nicht. Ist ja auch deren Land, deren Kultur und damit deren Rechtschreibung.

Im Folgenden also ein paar Angaben zu Stiftungen, die Asylsuchenden, Flüchtlingen und anderen Bedürftigen hilfreich zur Seite stehen, garniert mit ein paar Eindrücken meiner Zusammenarbeit mit den Organisationen. Diese sind natürlich nicht repräsentativ, sondern meine ganz subjektiven Erfahrungen, die auf teils nur einmaligen Kooperationen beruhen (hab halt nur eine Familie zu betreuen).

Name der Stiftung Postanschrift Webseite Art der Förderung / Voraussetzungen Persönliche Erfahrung
Eva M. Rufer-Stiftung Eva M. Rufer-Stiftung
c/o v.FISCHER Recht/Law
Marktgasse 37
Postfach
CH-3001 Bern
www.fundraiso.ch/sponsor/eva-m-rufer-stiftung/ Finanzielle Unterstützung an bedürftige Menschen oder humanitäre/kulturelle Organisationen im Kanton Bern, ungeachtet der Herkunft und Nationalität etc. Eben auch offen für bedürftige Schweizer. Sehr zügige Kommunikation, sehr grosszügig, etwa 2 Monate Wartezeit bis zur Zusprache
SOS Beobachter www.beobachter.ch/sos-beobachter/gesuch-einreichen/
www.beobachter.ch/fileadmin/dateien/sos/SOS_Gesuchsteller_01.pdf
„Die Stiftung SOS Beobachter unterstützt im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten in der Schweiz wohnhafte Menschen, die aus sozialen, gesundheitlichen oder anderen Gründen langfristig
oder aufgrund einer vorübergehenden Notlage hilfsbedürftig sind.“
positiver Bescheid
Gertrud Rüegg Stiftung Schicken Fragebogen zu persönlichen Auskünften positiver Bescheid
Swiss Recovery Foundation positiver Bescheid
Stiftung Familienhilfe positiver Bescheid
Heidy und Heinrich Bebié-von Gunten-Stiftung negativer Bescheid wg. Satzung
Otto Erich Heynau-Stiftung negativer Bescheid wg. Satzung
Stiftung Gertrud Kurz negativer Bescheid wg. Satzung
Rudolf und Ursula Streit-Stiftung Erfahrungen noch ausstehend
Winterhilfe
Stiftung Werner Steiger leider nie was gehört

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